
Die im 30jährigen Krieg (1618-1648) verwüstete Kapelle ist nach dem Krieg neu hergestellt worden. In einer Kapellenfondsrechnung von 1651 ist festgehalten, dass die in Breitenfeld begüterte adelige Familie von Homburg die St. Georgs-Kapelle errichtet und Geld zu ihrem Unterhalt gestiftet hat. Die Zinserträge von fünf Juchert Ackerland (1Juchert = 1 Morgen=36 Ar) waren für einen Mesner gedacht. Zudem hat die „wohledle Ursula von Homburg zu Gottes Ehren und der abgelebten Seelen Trost“ dieser Kapelle 80 Gulden vermacht, auf dass jährlich fünf Messen gelesen werden. Der Kaplan in Tiengen soll dafür eine Vergütung erhalten. Kirchlich zählte Breitenfeld immer zur Pfarrgemeinde Tiengen. Der 23. April ist der Festtag des hl. Georg, des Patrons der Kapelle.
Bei den Umbauten und den Renovierungsarbeiten 1974/75 wurde die ohnehin schadhafte gewordene Sakristei abgebrochen. Sie war wohl zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die äußere Chor-Wand angebaut worden. Zum Vorschein kam an der Stirnseite des Chores ein altes gotisches Chorfenster aus dem 15. Jahrhundert. Der alte Altar stand dicht an der inneren Chor-Wand. Die im 18. Jahrhundert eingebauten Fenster waren von einer roten Rankenmalerei umrahmt.
Die neue Sakristei erhielt ihren Platz am Eingang, was eine Erweiterung der Kapelle nach

Der Tabernakel steht auf dem alten Altar vor dem gotischen Chorfenster, links davon steht die Statue des hl. Georg als Drachentöter, rechts die Statue des Evangelisten Johannes mit Kelch. An den Wänden im Schiff der Kapelle sind die Statuen von Kaiser Heinrich II. und dessen Ehefrau Kunigunde. Hinten in der Kapelle erscheinen diese beiden Heiligen nochmals zusammen mit dem hl. Christophorus in einer Dreiergruppe. Die sitzende Muttergottes mit Traube und Jesuskind ist eine Kopie der “Pacher –Madonna“ des Südtiroler Bildschnitzers Michael Pacher (gest. 1498).
Zwei Glocken sind in der Breitenfelder Kapelle: Die älteste wurde 1861 von Kilian Utz gestiftet und von Kolumban Schnitzer in Birkendorf gegossen, die Glocke von 1950 trägt die Inschrift „Der Gemeinde zur Wehr, Gott zur Ehr“.
Manfred Emmerich

