
Die Feier zum Wiedereinzug in die Kirche gibt Gelegenheit, auf eine reichhaltige Geschichte zurückzublicken:
Der Name von Krenkingen erinnert an das einst mächtige Adelsgeschlecht der Freiherren von Krenkingen, deren Stammburg sich unweit vom Dorf auf der „Burghalde“ hoch über der Steina erhob. Die Krenkinger waren vom 12. bis 14. Jahrhundert eines der einflussreichsten Freiherrengeschlechter unserer Heimat. Sie teilten sich in zwei Linien: die ältere albgauische zu Krenkingen und die jüngere Linie, deren Vertreter sich nach ihrer im Klettgau liegenden Burg Freiherren von Krenkingen - Weissenburg nannten.
1260 verlegten die Krenkinger der ältere Linie ihren Wohnsitz aus dem Steinatal von Krenkingen auf die Gutenburg im Schlüchttal. Mitte des 14. Jahrhunderts begann die Verarmung und der allmählicher Niedergang des Geschlechts. 1361 verpfändeten die Krenkinger das Dorf Krenkingen an die Herren von Hohenfels. Dietrich von Rumlang, der spätere Besitzer, verkaufte 1480 Krenkingen zusammen mit Detzeln und Breitenfeld und allen zur Herrschaft Gutenburg gehörenden Gütern, Einkünften und Rechten an das Kloster St. Blasien.
Bis 1806 blieb Krenkingen unter sanktblasianischer Herrschaft. Es wurde von der Obervogtei Gutenburg aus verwaltet, deren Amtssitz sich seit 1468 im Schloss in Gurtweil befand.
Die Ortschaft Krenkingen wird urkundlich 1152 erstmals als Creinchingen erwähnt.
Krenkingen war eine Filiale der Pfarrei Tiengen. Diese Zugehörigkeit hängt damit zusammen, dass die Herren von Krenkingen in Tiengen eine wichtige Rolle spielten, waren sie es doch, die den Markt Tiengen gründeten und zur Stadt erhoben. Nachdem sie Tiengen dem Bischof von Konstanz übergeben hatten, erhielten sie Stadt und Schloss Tiengen 1262 (bis 1413) als bischöflich konstanzisches Lehen wieder zurück.
Wohl bald nach dem Erwerb durch das Kloster St. Blasien wurde eine neue Kapelle erbaut oder eine bereits vorhandene einem Umbau unterzogen. Ein Hinweis hierfür ist die aus dem Jahre 1501 stammende älteste noch vorhandene Glocke.
Im Jahre 1511 wird eine dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle erwähnt. 1565 ließ Abt Kaspar I. von St. Blasien eine neue Filialkirche errichten und einen neuen Friedhof anlegen.
Nach über 400-jähriger Zugehörigkeit zur Pfarrei Tiengen wurde die Filiale Krenkingen 1617 von Tiengen abgetrennt und der Pfarrei Aichen zugeteilt, 1680 wurde in Krenkingen ein „Lokal-Kaplan“ eingesetzt , ein erster Schritt auf dem Weg zu einer selbständigen Pfarrei. 1722 wurde Krenkingen dann zur selbständigen Pfarrei erhoben und mit einer entsprechenden Pfründe ausgestattet. Der Pfarrer von Krenkingen führte den Titel „Pfarrvikar“ und handelte im Auftrag des Abtes von St. Blasien. Dies blieb so bis zur Einverleibung in das Großherzogtum Baden im Jahre 1806.
Die jetzige Pfarrkirche entstand in den Jahren 1766/67. Bauherr war Fürstabt Martin II. Gerbert von St. Blasien. Um die „St. Nikolauskirch in Krenkingen dem löbl. Gotteshaus St. Blasien auf dem Schwarzwald gehörig,“ wurde der neue Friedhof angelegt. Den Platz, auf den die neue Kirche gebaut war, musste die Gemeinde Krenkingen aus eigenen Mitteln bezahlen, durfte dagegen „den Platz, wo die alte Kirche und Gottesacker gestanden, eigenthümlich behalten“, dies allerdings mit der Verpflichtung - so Abt Martin II. in seinem Brief vom 29. Oktober 1767 an den Obervogt in Gurtweil -, es solle da „wo die alte Kirche und Gottes-Acker gestanden ein Kreutz gestellet und der Platz zu nichts anderes als einen Grasgarten gemachet, mithin weder gegraben noch gepflüget werde, damit die Körper und Gebeine allzeit in Ruhe und Bedacht verbleiben.“
Kirchlein und Friedhof hatten sich bis 1767 westlich von der heutigen Kirche befunden.
Am 14. Juli 1775 erhielt die Kirche durch den Konstanzer Weihbischof die feierliche Weihe (Konsekration), nachdem sie nach Fertigstellung bereits die einfache Weihe (Benediktion) erhalten hatte und für den Gottesdienst zur Verfügung stand.
Die Kirche ist der Anlage nach eine einfache barocke Landkirche. An den quadratischen Westturm mit seiner Zwiebelhaube schließt sich das saalartige Langhaus an. Auf dieses folgt der eingezogene, dreiseitig schließende Chor. Baumeister der Kirche war der Waldshuter Ferdinand Weizenegger; die Altäre und die Kanzel stammen von Lorenz Pflüger aus Birkendorf.
Das vom Waldshuter Barockmaler Gotthard Hilzinger gemalte Hochaltarbild zeigt den Hl. Nikolaus, den Schutzpatron der Kirche.
Eine Besonderheit in der Krenkinger Kirche sind die drei Kirchenglocken aus den Jahren 1506, 1561 und 1637. Krenkingen gehört neben Schwaningen zu den beiden einzigen Landgemeinden im Landkreis, die seit dem Dreißigjährigen Krieg ihr Geläut unverändert beibehalten konnten.
Die Krenkinger hatten schon immer etwas für ihre Kirche übrig. Das zeigt ihre Opferbereitschaft bei den verschiedensten Maßnahmen zum Erhalt bzw. zur Verschönerung ihrer Kirche. 1904: Ausmalung der Kirche, Deckengemälde (Jesus, der Gute Hirte), flankiert von vier kleineren Bildern, von Kunstmaler Duchow, 1905: Orgel (Orgelbaufirma Mönch, Überlingen), 1931: Sechseckscheibenverglasung mit weißem Neuantikglas für die Kirchenfenster, 1932: Renovation der Kuppel, 1962: Innenrenovation, 1976: Aussenrenovation, 1994: Turmsanierung, 1980: neue Orgel (Orgelbaufirma Winterhalter, Oberharmersbach).
Nach dem Tod von Pfarrer Höner 1960 wurde Krenkingen von Aichen von Pfarrer Haaf mitverwaltet und nach dessen plötzlichen Tod ab 1967 von Tiengen.
Manfred Emmerich

